Die Zwerghamster

Der Dsungarische Zwerghamster

Herkunft und Geschichte

Dsungaren kommen nicht nur aus der Dsungarei (wie der Name sagt), sondern sie wurden dort entdeckt und zwar von Peter Simon Pallas im Jahr 1772, der den Zwerghamster deshalb zunächst Mus sungorus (Dsungarische Maus) nannte.

Ende der 1960er Jahre wurde der Dsungare erstmals als Labortier nach Deutschland gebracht.

 

Dsungarische Zwerghamster sind vor allem in Westsibirien, Ostkasachstan sowie der Krasnojarsk-Region am Jenissej verbreitet und leben dort in Steppen und Halbwüsten. Mittlerweile sind sie auch auf Weizen- und Alfalfafeldern, in Wäldern und Wiesen verbreitet. Dort ist es trockener und im Winter viel kälter als in Deutschland.
Die Baue der dsungarischen Zwerghamster bestehen aus mehreren senkrechten und waagerechten Röhren, die in einen Haupttunnel zusammen führen. Sie benutzen auch gerne verlassene Baue anderer Nager.
Ihre Schnelligkeit ist der enzige Schutz des Dsungarischen Zwerghamsters vor Feinden, wie Greifvögeln, Eulen, Wiesel, Fuchs und Iltis.

Aussehen und Farben

Dsungaren sind 8 bis 10 cm lang, ihr Schwanz ist ca. einen halben Centimeter lang (kürzer als beim Campbell) und sie wiegen 30 bis 50 gr.

Da sich naturfarbene Dsungaren und Campbells ziemlich ähneln, beschreibe ich ihr Aussehen hier genauer.

Dsungaren haben einen breiten runden Kopf mit relativ weit auseinander stehende Augen. Ihre Ohren sind klein und rund und haben oft einen Knick. Das Profil ist rund und die Augen sind ebenfalls rund und groß.

Die Dreibogenlinie ist scharf abgegrenzt.
Die Dreibogenlinie ist scharf abgegrenzt.
Für Dsungaren typisch: Ca. 0,5 cm langer Schwanz
Für Dsungaren typisch: Ca. 0,5 cm langer Schwanz

Ihre Unterseite, Pfötchen, Schnauze und Schwanz sind weiß bis gräulich.

Hybrid mit ziemlich dunkler Unterseite
Hybrid mit ziemlich dunkler Unterseite

Es gibt Agouti:

Und Saphir. Saphir gibt es in verschiedenen "Ausführungen".

Es gibt die Muster Pearl (Hamster ist heller bis ganz weiß) und Merle (Hamster hat einen hellen "Kragen" und ist allgemein etwas heller) und noch Umbrous, wobei der Hamster verdunkelt ist (kommt bisher nur bei neueren Wildnachzuchten vor).

Im Winter werden Dsungaren in der Natur heller bis ganz weiß. In der Heimtierhaltung geschieht dies nicht immer. Die Umfärbung der Hamster ist in ihrem ersten Winter am intensivsten.

Über Hybriden

Siehe hier.

Zu zweit oder allein?

Zwerghamster sind meist Einzelgänger. In der Wildnis leben Geschwisterverbände nur für eine kurze Zeit zusammen. In der Käfighaltung wacht man oft morgens auf und sieht im Käfig von länger zusammen gehaltenen Geschwistern oft ein Tier tot liegen. Es kann aber auch sein, dass der stärkere Hamster den anderen unterdrückt und dieser unter Stress und beispielsweise unter Futtermangel leidet.
Im Winter kuscheln sich die Hamster in der Wildnis manchmal mit Mäusen in einem Bau, doch sobald die Temperaturen steigen, gehen sie wieder ihre eigenen Wege.

Dsungaren sollte man also lieber nicht zusammen halten.
Doch es gibt eine Ausnahme: gegengeschlechtliche Päärchen.
Versuche zeigen, dass viele Hamster lieber mit einem Partner zusammen leben als allein. Doch das hat Folgen: Zwerghamster sind unglaublich fruchtbar und so produzieren sie in der Heimtierhaltung immer mehr Nachwuchs. Somit sollte ein Hamster kastriert/sterilisiert werden.
Fazit: Dsungarische Zwerghamster sollte man nur gegengeschlechtlich halten. Aber auch das muss nicht immer gut gehen.

Über gemeinsame Haltung, Kastration und Vergesellschaftung sollte man sich in einem kompetenten Forum informieren (Links).

Die gemeinsame Haltung von Zwerghamstern ist nichts für Anfänger.
Die gemeinsame Haltung von Zwerghamstern ist nichts für Anfänger.

Der Campbell-Zwerghamster

Herkunft und Geschichte

Der Campbell Zwerghamster wurde zuerst von Oldfield Thomas im Jahr 1905 als Art beschrieben, er nannte ihn Cricetulus campbelli (Campbell-Hamsterchen). "Campbell" kommt von Herrn Campbell, der 1902 die ersten Tiere gefangen hatte.

Ende der 1960er Jahre wurde der Campbell erstmals als Labortier nach Deutschland gebracht.

Zunächst galt der Campbell als Unterart des Dsungarisches Zwerghamsters. Erst seit 1984 heißt er Phodopus campbelli (statt Phodopus sungorus campbelli) und ist offiziell eine eigenständige Art.

 

Campbells sind vor allem verbreitet in der Mongolei, im Altai-Gebirge und in kleinen Gebieten Ostchinas. Dort leben sie in Halbwüsten und Steppen. Ihr Baue bestehen aus 4 bis 6 waagerechten und senkrechten Tunneln, die zur Nestkammer führen, aber sie nutzen auch verlassene Baue der Wüstenrennmaus.
Ihre Schnelligkeit ist der einzige Schutz vor Feinden, wie Greifvögeln, Eulen, Wiesel, Fuchs und Iltis.

Aussehen und Farben

Campbells sind 8 bis 10 cm lang und wiegen 30 bis 50 gr.

Da sich naturfarbene Dsungaren und Campbells sehr ähneln, beschreibe ich ihr Aussehen hier genauer.

Campbells haben einen relativ schmalen, spitz zulaufenden Kopf mit nah aneinender liegenden Augen. Die Ohren sind groß und relativ spitz; die Augen sind im Gegensatz zu den Augen des Dsungaren klein.

Für Campbells typisch: verwischte Dreibogenlinie (hier bei einem Hybriden)
Für Campbells typisch: verwischte Dreibogenlinie (hier bei einem Hybriden)
Für Campbells typisch: Ca. 1 cm langer Schwanz (hier bei einem Hybriden)
Für Campbells typisch: Ca. 1 cm langer Schwanz (hier bei einem Hybriden)

Bei Campbells gibt es viel mehr Farbschläge als beim Dsungaren. Liste aller Farben und Muster:

Campbellfarben

Campbellzeichnungen

Agouti (mottled)
Agouti (mottled)

Über Hybriden

Siehe hier.

Zu zweit oder allein?

Zwerghamster sind meist Einzelgänger. Unter diesen ist der Campbell aber der sozialste. Allerdings spielt auch die Herkunft eine Rolle. Campbells leben in manchen Regionen sozialer als in den anderen.

Ob Campbells in der Heimtierhaltung zusammengehalten werden können oder müssen ist aktuell noch ungeklärt.

Möglich ist Paar-/Gruppenhaltung mit gleichgeschlechtlichen Hamstern oder auch gegengeschlechtlich (wenn einer der Hamster kastriert wurde).

Über gemeinsame Haltung, Kastration und Vergesellschaftung sollte man sich in einem kompetenten Forum informieren (Links).

Gruppenhaltung ist nicht für Anfänger geeignet.
Gruppenhaltung ist nicht für Anfänger geeignet.

Der Roborowski-Zwerghamster

Herkunft und Geschichte

Der Roborowski wurde 1903 von dem russischen Wissenschaftler Konstantin A. Satunin nach Wsewolod I. Roborowski benannt, der ein Weibchen im Nordosten Chinas gefangen hatte.

 

Robos kommen vor allem in Ostkasachstan, in der Mongolei und den östlich und westlich angrenzenden Teilen Chinas vor, wo sie in Halb- und Sandwüsten leben.

Ihr Bau besteht aus einer 50 bis 100 cm langen fast geraden Röhre, die sich am Ende zu einer kugelförmigen Nestkugel erweitert.

Ihre Schnelligkeit ist der einzige Schutz vor Feinden, wie Greifvögeln, Eulen, Wiesel, Fuchs und Iltis.

Aussehen und Farben

Roborowski-Zwerghamster werden 7 bis 9 cm lang und wiegen ca. 25 gr.

Er hat als einziger Zwerghamster keinen Aalstrich auf dem Rücken und außerdem besitzt er keine Dreibogenlinie zwischen Rücken und Bauch.

Roborowskis sind sandfarben oder etwas dunkler, gern auch mit einem leichten orangen Stich. Bauch, Pfoten, Schwanz und außerdem eine ca. augengroße Stelle über diesen sind weiß.

 

Da Roborowskis schwer zu züchten sind, gibt es noch nicht viele Zuchtformen, die außerdem wenig verbreitet sind. Eine ist Husky, bei der das Gesicht weiß ist.

Neu sind mottled und creme, die sind aber noch sehr selten. Ob die Linien genetisch einwandfrei bzw. ob diese Hamster gesund sind, ist mir noch nicht bekannt.

Zu zweit oder allein?

Ein ungeklärtes Thema, zu dem es wenig Informationen gibt.

Viele Leute machen positive Erfahrungen mit Gruppenhaltung. Wissenschaftler meinen, dass auch in der Natur öfter kleine Gruppen beobachtet werden.

In der Heimtierhaltung ist Paar-/Gruppenhaltung mit gleichgeschlechtlichen Hamstern oder auch gegengeschlechtlich (wenn einer der Hamster kastriert wurde) möglich.

Über gemeinsame Haltung, Kastration und Vergesellschaftung sollte man sich in einem kompetenten Forum informieren (Links).

Der Chinesische Streifenhamster

Herkunft und Geschichte

Der Chinesische Streifenhamster (auch Chinesischer Zwerghamster/Hamster genannt) kam erst 1971 nach Deutschland, obwohl er in anderen Ländern bereits lange als Versuchstier gehalten wurde. Genaueres über die Entdeckung und Benennung konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Der chinesische Streifenhamster wurde früher für eine Unterart des Daurischen Zwerghamsters gehalten (die einzigen Unterschiede liegen in der Anzahl der Chromosomen und der Lebensraum).

 

Chinesen sind vor allem im Nordosten Chinas und in der Mongolei verbreitet und leben dort in Halb- und Sandwüsten. Im Sommer bewohnen sie eine 50 bis 100 cm lange Röhre mit einer kugeligen Nestkammer am Ende, im Winter ein verzweigtes Bausystem.

Ihre Schnelligkeit ist der einzige Schutz vor Feinden, wie Greifvögeln, Eulen, Wiesel, Fuchs und Iltis.

Aussehen und Farben

Der Chinesische Streifenhamster ist 10 bis 12 cm lang und ca. 45 gr schwer.

Er hat eine gedrungenere Form als die anderen Zwerghamster und einen schwarzen Aalstrich auf dem Rücken. Sein Schwanz ist mit 2 bis 2,5 cm der längste unter den Zwerghamstern. Männliche Chinesen haben besonders große Hoden.

 

Chinesen gibt es in Wildfarben (graubraun) und Dominant Spot, wobei sie weiß mit braunen bis grauen Sprenkeln sind. Nicht anerkannt ist der weiße Chinese (mit "doppeltem" Dominant Spot, was eigentlich zu toten bzw. extrem behinderten Hamstern führt), der in einer holländischen Linie zum gesunden Hamster "entwickelt" wurde. Darüber hinaus gibt es noch einpaar seltene nicht anerkannte Erscheinungen.

Agouti (wildfarben)
Agouti (wildfarben)
Dominant Spot
Dominant Spot

Zu zweit oder allein?

Chinesische Streifenhamster werden meist als absolute Einzelgänger beschrieben. Zum Verhalten in der Gruppe gibt es leider kaum Informationen. Mit der gegengeschlechtlichen Haltung gab es schon wohl einige dauerhaften Erfolge. Leider gibt es in Deutschland aktuell keinen einzigen Chinesenzüchter und überhaupt ist diese Art hier sehr wenig verbreitet.

Chinesische Streifenhamster werden von Nothilfen einzeln vermittelt und somit "muss" man sie auch weiter einzeln halten.