Diskussion: Tränke oder Napf?

Einführung

Eine einfache Frage, die schwieriger zu klären ist, als erwartet. Manch ein Halter schwört auf Trinkflaschen, ein anderer bietet ausschließlich Näpfe an.

 

Zunächst sollte man klären, ob Hamster überhaupt trinken müssen. Wie jedes Tier (im engeren Sinne) benötigen sie für ihren Stoffwechsel Wasser. In vielen von Hamstern bewohnten Gebieten findet sich aber eher weniger Wasser. Von einigen Wissenschaftlern wurde herausgefunden, dass viele Tiere mit ähnlichem Problem mithilfe biochemischer Reaktionen im Körper selbst Wasser herstellen und darüber ihren Bedarf decken. Doch es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass Hamster nicht dazu in der Lage sind, mithilfe dieses Oxidationswassers ihren Bedarf vollständig zu decken, also ist eine zusätzliche Aufnahme nötig. Das ist vermutlich über Frischfutter vollständig möglich. Doch können wir als Halter nicht abschätzen, wie viel Wasser Gemüse/Obst enthält und wann der Hamster "durstgestillt" ist und deswegen ist ein zusätzliches Angebot per Napf oder Tränke unbedingt notwendig.

Doch was ist jetzt besser? Tränke oder Napf?

Ich habe hier aus meinen gesammelten Informationen eine kleine Diskussion konstruiert.

 

A: Mein Hamster vergräbt immer seinen Napf.

B: Du kannst deinen Napf auf eine Ebene stellen.

A: Aber das gibt so hässliche Wasserflecken.

B: Dann leg einfach etwas Hanfmatte drunter oder kleb Mosaiksteine auf die Ebene.

A: Meine Randaledame wirft immer ihren Napf von der Ebene.

B: Dann bau einfach ein Geländer an den Rand der Ebene.

A: Mein anderer Hamster legt immer sein Futter und manchmal auch seine Köttel in den Napf.

B: Dann solltest du, wenn möglich, einen zweiten Napf anbieten.

A: Gut. Aber ich habe Angst, dass mein neuer Zwerghamster drin baden geht und sich erkältet oder ertrinkt.

B: Dann wähle einfach einen besonders kleinen und möglichst niedrigen Napf.

A: Was ist, wenn mein Zwerghamster aus der Kleinanzeige schwanger ist? Was ist dann mit den Babys? Können die nicht ertrinken?

B: Die Babys trinken ja noch Milch von der Mutter und brauchen kein zusätzliches Wasser. Das Wasser für die Mutter solltest du also dort anbieten, wo die Babys noch nicht hinkommen z.B. auf einer Ebene mit "schwierigem" Aufgang. Dann kann die Mutter trinken und die Babys sind in Sicherheit.

A: Was ist aufwendiger? Ein Napf oder eine Tränke?

B: Nunja, ein Napf ist ja relativ leicht zu reinigen. Frisches Wasser solltest du jeden Tag geben und den Napf spätestens jeden zweiten Tag ordentlich waschen. Bei der Tränke ist das ja nicht ganz so einfach. Auch da solltest du jeden Tag das Wasser wechseln und sie jeden zweiten Tag heiß ausspülen. Empfohlen ist auch eine Reinigung mit Pfeifenreinigern und eine wöchentliche Wäsche in der Spülmaschine, damit sich auch wirklich nichts absetzt. Dann ist aber auch gegen die Tränke nichts einzuwenden.

A: Stimmt es nicht, dass Tränken ständig tropfen?

B: Ja, das kommt leider öfter vor. Oder die Kugel klemmt und dein Hamster sitzt auf dem Trockenen. Du solltest deine Flasche deshalb oft überprüfen. Falls dich das tropfende Wasser/das nasse Streu stört und du keine nicht tropfende Tränke findest, kannst du auch eine Steinplatte unter die Tränke legen/stellen. Wenn die Tränke aber nicht funktioniert, muss du dir eine Neue kaufen, auch wenn die nicht ganz so günstig ist wie ein Napf.

A: Wie befestige ich denn eine Tränke im Aquarium?

B: Du kannst dir einen Ständer kaufen oder bauen.

A: Was ist, wenn mein Hamster nicht versteht, wie die Tränke funktioniert?

B: Du kannst es ihm mit dem Finger vormachen. Wenn das nicht funktioniert, kannst du leider nichts machen, du musst auf einen Napf umsteigen.

A: Nehmen Hamster bei einem Napf nicht eine viel natürlichere Position ein?

B: Das ist eigentlich ziemlich irrelevant, schließlich halten sich die Hamster nur einige Sekunden beim Trinken auf, ein artgerechtes Laufrad ist viel wichtiger.

A: Kann sich ein blinder Hamster nicht an einer Tränke verletzen, wenn er dagegen läuft?

B: Das ist möglich. Blinden Hamstern sollte lieber ein Napf angeboten werden. Auch bei Hamster mit Rückenerkrankungen, Hirntumoren, Hirnhautentzündungen etc.  sollte man lieber auf einen Napf umsteigen, damit der Hamster keine zusätzlichen Schmerzen hat.

A: Was ist noch positiv an einem Napf?

B: Ein Napf "funktioniert" immer und Tiere können leichter große Mengen an Wasser aufnehmen und das in ihrem eigenen Trinktempo.

A: Wann ist ein Napf nicht zu empfehlen?

B: Diabeteskranke Tiere trinken oft sehr schnell und gierig, sodass Wasser in ihre Nase kommt, das sie dann verzweifelt wieder ausniesen müssen. Die Wasseraufnahme an der Tränke ist somit einfacher für sie. Wenn man eine funktionierende und große Tränke hat, ist außerdem immer sichergestellt, dass die Tiere genug zu trinken haben, außerdem lässt sich in der Skala ablesen und kontrollieren, wieviel die Hamster genau getrunken haben. Das ist auch gut geeignet zur Überwachung diabetesgefährdeter Tiere.

Auswertung

Ob man eine Tränke oder einen Napf wählt, sollte man vom Hamster abhängig machen. Wer alles oben genannte beachtet, der wird mit keinem von beidem Probleme haben.

Für "Randalehamster" und diabetes- oder nierenkranke Hamster ist eine Tränke zu empfehlen, bei Hamstern, die Tränken nicht verstehen, oder blinden Hamstern sollte man einen Napf anbieten.

 

Im Zweifelsfall kann man beides anbieten und den Hamster entscheiden lassen, was er lieber mag.